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Die Geschichte des Billard

Wer die Worte Billard und Sport in einem Atemzug nennt, bekommt für gewöhnlich ein herablassendes und verständnisloses Lächeln. Zudem herrscht noch immer die Vorstellung von verräucherten Billardkneipen, finsterem Zockermilieu und niveaulosem Gaststättenbillard. Mit Sicherheit waren das gerade Ihre ersten Gedanken, oder? Diese Vorurteile abzubauen, bzw. den Billardsport in das Licht zu rücken welches ihm gebührt, gleichzeitig mit der Vorstellung des 1.PBC - Arnstorf, ist unser Hauptanliegen.

Entstehung des Namens »Billard«

Woher stammt eigentlich der Name Billard? Eine der am meisten verbreitesten Geschichte ist folgende. Man schrieb das Jahr 1560 in London. Dort lebte der englische Pfandleiher Bill Kew. Das bis zur heutigen Zeit erhaltene Branchenzeichen der englischen Pfandleiher besteht aus drei Elfenbeinkugeln. Eines Abends holte der besagte Herr Kew diese Kugeln in seinen Laden und legte sie auf seinen Schreibtisch. Er begann damit zu spielen und den Lauf der Kugeln mit seinen Meßstock zu steuern. Der phantasiebegabte Mann befestigte schmale Randleisten um den Tisch damit die Kugeln nicht mehr herunterfallen konnten. Ein auf einem Tisch kleiner Hof, zu englisch »Yard« war entstanden. Also in englischer Lesart »Bill´s Yard«. Billard war geboren.

Auch der Name des Spielstockes »Queue« (sprich: Köö) ist nicht anderes als eine Verballhornung des Namens des Erfinders Herrn Kew. Immer vorausgesetzt, das sich diese Geschichte auch tatsächlich so ereignet hat. Oder stammt der Name doch aus dem französischen »Bille« was »eine kleine Kugel« bedeutet. Und mit etwas Wohlwollen ist »L´art de bille« - übersetzt die »Kunst der Kugel« - auch als »Billard« zu lesen!


Kurioses aus der Geschichte des Billard

  • Viele Jahre lang war Billard der Sport der Könige. Louis XI von Frankreich war ein sehr guter Billardspieler und machte das Spiel in Frankreich populär. Als er gegen einen Herrn M. de Chamillart im Billard verlor, ernannte er ihn zum Finanzminister aufgrund seiner herausragenden Leistung!

  • Karl IX fühlte sich durch die Schreie der 20.000 sterbenden Protestanten während der Bartholomäusnacht beim Billardspielen so gestört, daß er Anweisung gab, das Morden an abgelegener Stelle weiterzuführen.

  • Königin Maria Stuart klagte während ihrer Gefangenschaft, daß man sie seelischer Grausamkeit aussetzte, da man ihr den Billardtisch weggenommen hatte.

  • Anfang des achtzehnten Jahrhunderts herrschte in Preußen ein regelrechtes Billardfieber, daß der Berliner Klerus einen deutlichen Schwund an Kirchenbesuchern verzeichnete. Was die preußische Regierung 1707 veranlaßte, das Billardspielen vor den Sonntagsgottesdiensten zu verbieten.

  • Nach der französischen Revolution hielten die Spieltische, welche bis zu diesem Zeitpunkt nur dem Adel zugänglich waren, endlich auch Einzug in kleine Dorfgaststätten, in denen nun auch das gemeine Volk dem Billardsport frönen konnte.

  • In England, in den USA und schließlich auch in Deutschland kam man auf die Idee noch sechs Löcher an den Längsseiten des Tisches zu bohren. Das »Lochbillard«, in den USA als »Pool-Billard« bekannt, war geboren.


»Snooker« - Nationalsport in England

  • In England hat das Billard ähnliche Spiel »Snooker« Nationalsportcharakter und erreicht vor Rugby und Fußball die besten Fernseheinschaltquoten. So wurde z.B. einmal ein Spiel Live nach Taiwan (Sendezeit: 2.00-4.00 Uhr morgens) übertragen und von 5 Millionen begeisterten Snookerfans verfolgt!

  • Raymond Ceulemann, ein bekannter Billardspieler in der Disziplin »3-Band Karambol«, gab an bei längeren Turnieren bis zu 5 Kilogramm an Gewicht zu verlieren. Weniger durch seine körperlichen Aktivitäten (obwohl schon einige Kilometer während eines Turnieres zusammenkommen) als durch die enorme geistige Anstrengung und Konzentration die von jedem Billardspieler gefordert wird, will er erfolgreich sein.


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